JAN SCHOLTEN : "Autistische Farne", Utrecht 2025, 480 Seiten, Hardcover, Stichting Alonissos, €50.00
Erwarten Sie keine schlichte Empfehlung von mir. Eine solche würde diesem Werk nicht gerecht werden.Wie sehr all diese Prüfungen, Krankengeschichten und Erkenntnisse unsere Therapiemöglichkeiten erweitern, ist kaum zu überschätzen.
Menschen mit autistischen Störungen zu helfen, ist eine Aufgabe, an der wir Homöopathen (bitte gendergerecht lesen) oft scheitern. Hier lesen wir nicht von einigen, sondern von vielen eindrucksvollen Besserungen. Nahezu erwartbar sind die Erfolge, wenn ein passender Farn gefunden ist.
Viele Kollegen haben Jan Scholten so gut verstanden, dass sie erfolgreich mit seinen Pflanzencodes arbeiten und hier ihren Beitrag geleistet haben. So ist das Buch auf beeindruckende 480 Seiten angewachsen. Ohne Schnörkel, ohne Ausschmückungen: 480 Seiten - was für ein Schatz!
Jan Scholten trägt Informationen zusammen, ohne vorher zu wissen, was am Ende rauskommt, und findet schließlich Ähnlichkeiten und Unterschiede. Das ist Wissenschaft, wie sie sein soll.
Lesen wir etwa die Equisetaceae . Was wir geahnt haben, ist nun deutlich und das Erkennen beim Patienten einfach.
Die Ordnung nach dem Pflanzencode, die Trennung von Prüfungen, Krankengeschichten und Beschreibungen machen das Buch übersichtlich. Handmarken erleichtern die Orientierung.
Autistische Farne?
Wenn wir keine Kinder behandeln, deren Einschränkungen dem Autismus-Spektrum zugerechnet werden, müssen wir uns dann mit den Farnen beschäftigen? Kein Autismus - kein Farn – kein Buch? Mitnichten.
Farne sind nicht nur Arzneien für Kinder mit autistischen Störungen. Der Titel schränkt zu sehr ein. Denken wir an Lycopodium, das Menschen in jedem Lebensalter bei vielerlei Problemen hilft. Bei Christella dentata sind die Patienten im Buch zwischen 50 und 70 Jahren alt. Auch wirken sie nicht autistisch. Was macht sie farnbedürftig? Werden Traumata in der Kindheit erlebt, können sie später unterschiedlich bewältigt werden. Wann wir dabei an die Farne denken sollen, erschließt sich nach und nach im Studium des Buchs.
Geduld
Sollten sich die Möglichkeiten, die dieses Werk bereithält, nicht unmittelbar zeigen – trösten wir uns mit dem Autor, der seinen Weg mit den Farnen so beschreibt:: 'Es fühlte sich an, als würde man einen dunklen Raum betreten und nicht wissen, was sich dort befindet (...) in drei Jahren wurde das alles allmählich besser(...) es dauerte ein weiteres Jahr(...) bevor ich das Gefühl hatte, dass die Fertigstellung dieses Buches ein ausgewogenes Bild der Farne vermitteln würde.'
In Prüfungen und Krankengeschichten nähern wir uns der Welt der Farne, und es wird nicht ausbleiben, sich in dem einen oder anderen zu erkennen. Unter unseren "Personalities", um es mit Jan Scholten zu sagen, steckt wohl auch eine „Farn-Persönlichkeit“.
Möge dieses Buch für Sie, wie für mich, ein Freund sein, den Sie immer besser kennen lernen möchten.







